Heimatverein Helmarshausen von 1951 e.V.

 

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Geschichte und Geschichtliches

 



 

 

 

Helmarshausen 

Auszug aus der Schenkungsurkunde des Königs Otto I.

 

"Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit.

 

Otto, König durch die Gunst göttlicher Gnade.

 Der Aufmerksamkeit aller unserer Gläubigen, sowohl der Gegenwärtigen als auch der zukünftigen, sei zur Kenntnis gebracht, auf welche Weise wir einer gewissen vornehmen Frau mit Namen Helmburg gewisse Güter unseres Besitzes als Eigentum geschenkt haben und dazu gehört auch ein Hof in dem Dorf das Helmerateshusa genannt wird……………. 

Zeichen des Herrn Otto, des völlig unbesiegten Königs.

Gegeben am 1. Mai im Jahr der Geburt des Herrn 944………..

Glücklich im Herrn. Amen".

In dieser vorstehend auszugsweise zitierten Urkunde, mit der König Otto I. (912 – 973),  der vornehmen Frau Helmburg Grundbesitz, Gewässer, Mühlen und Rechte schenkt, wird Helmarshausen, in der damals üblichen Schreibweise des Ortsnamens, erstmals im Jahre 944 urkundlich erwähnt. Aus der Formulierung „in dem Dorf das Helmerateshusa genannt wird“ kann aber geschlossen werden, dass Helmarshausen schon Jahre zuvor bestanden hat. Eine günstige Voraussetzung für diesen Siedlungsplatz war die Lage an einer alten Diemelfurt, an der sich Fernstraßen aus verschiedenen Richtungen kreuzten. Der Ortsname hat sich von Helmerateshusa über Helmwardeshusen zu Helmarshausen entwickelt.

   

Die Stadt Helmarshausen  

 

Aus dem ursprünglichen Wohnplatz Helmerateshusa entwickelte sich während und nach der Klosterzeit die Stadt Helmarshausen weiter. Zu dem Marktrecht aus alter Zeit wurde um 1230 auch das Stadtrecht verliehen. In einer Urkunde vom 20.9.1254 bestätigt Erzbischof Konrad von Köln das Stadtrecht und regelt hierin die Gerichtsbarkeit. Helmarshausen hatte bereits eine Stadtmauer. Das veranlasste die Bewohner umliegender Siedlungen, nach Helmarshausen zu ziehen, weil sie hier vor feindlichen Angriffen sicherer waren. Mit der sinkenden Macht des Klosters gelang es den Bürgern, allmählich gewisse Freiheiten zu erlangen und Teile der Klosterländereien in Erbpacht zu bewirtschaften. 

Der 30jährige Krieg (1618 – 48) brachte Unheil über Helmarshausen. Die Tilly`schen Truppen überfielen die Stadt zu Beginn des Krieges. 3 Jahre dauerte die Einquartierung von rd. 200 Soldaten, die obendrein auch noch von den Bürgern verpflegt werden mussten. Hierdurch verarmten die Einwohner. 

Der Ort war durch die Landwirtschaft und verschiedene Handwerksberufe geprägt. Eine besondere Stellung nahmen die Leinenweber ein. Das Leinen aus Helmarshausen war ein begehrtes Produkt und daraus entwickelte sich ein blühender Fernhandel. Nach dem 30jährigen Krieg entstanden auch einige stattliche Fachwerkhäuser im diemelsächsischen  Stil, die noch heute erhalten sind. Mit ihren geschnitzten Balkenwerk und Haussprüchen geben sie dem Ort ein prägendes Bild.   

Haus_May Große Webansicht.jpg (66759 Byte)  Kloster Große Webansicht.jpg (114926 Byte)  Rathaus Große Webansicht.jpg (151473 Byte)  Krankenhaus Große Webansicht.jpg (78450 Byte)  Tor1 Große Webansicht.jpg (88693 Byte)

 

Eine Chance wirtschaftlicher Entwicklung bot sich Anfang des 18. Jahrhunderts, als Landgraf Karl von Hessen seine Landeshauptstadt Kassel mit einem Kanal von der Weser her verbinden lassen wollte. Die Stadt Münden, die damals zu Braunschweig gehörte, sollte damit umgangen und Zölle gespart werden. In Helmarshausen und Trendelburg waren bereits Schleusen gebaut und in einigen Bereichen der Kanal angelegt worden. Das Vorhaben wurde dann aber aufgegeben. Dieses Projekt stand auch im Zusammenhang mit der Ansiedlung der Hugenotten, die zunächst in Helmarshausen untergebracht waren und dann nach dem Bau der Stadt Karlshafen nach dort übersiedelten. 

Als „Ersatz“ für das gescheiterte Kanalprojekt  wurde Helmarshausen etwa 150 Jahre später durch den Bau der Carlsbahn von Hümme nach Karlshafen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der erste Zug fuhr am 3. April 1848. Die Bahn brachte, wenn auch bescheidenen, Aufschwung für Helmarshausen und Mobilität für die Bürger. Leider wurde die Strecke durch Rationalisierungsmaßnahmen 1966 stillgelegt. Den öffentlichen Personenverkehr haben Busse übernommen. 

Die Ruhrknappschaft Bochum baute 1923 am Rande des Reinhardswaldes, ein Erholungsheim für Bergleute. Durch diese Einrichtung entwickelte sich der Fremdenverkehr in Helmarshausen. Das Haus wurde 1978 geschlossen. Einige Jahre später übernahm das Deutsche Jugendherbergswerk das Gebäude und richtete dort das „Jugendgästehaus Diemeltal“ ein. In dem ehemaligen Schloss des Reichsgrafen Bentinck entstand 1946 ein Krankenhaus. Nach der Erweiterung entwickelte sich die Klinik zu einem leistungsfähigen Haus der medizinischen Grundversorgung. 

Der Alte Ortskern ist durch die Diemel und den Krukenberg begrenzt und bot keine Möglichkeit für weitere Ansiedlungen. Deshalb sind Siedlungsgebiete für Wohnhäuser am Mittelberg und Fahlenberg, und für Industriebetriebe am Huckelsberg erschlossen worden. Die Infrastruktur konnte auch durch den Bau des Bürgerhauses 1969 verbessert werden. Der Komplex umfasst einen Saal mit Gaststätte und Kegelbahn, ein Hallenbad und Garagen für die Feuerwehr. Das Hallenbad wurde 2004 zu Gunsten der Weserbergland-Therme im Stadtteil Karlshafen geschlossen. Durch die Gemeindereform ist Helmarshausen 1972 mit der Stadt Bad Karlshafen zusammengeschlossen worden. 

Verkehrsanbindung: Helmarshausen liegt an der Bundesstraße 83, der Fernstraße von Kassel nach Bremen. Über die Autobahn erreicht man den Ort aus Richtung Norden, Hannover – Kassel, Anschlussstelle Nörten – Hardenberg, von Süden, Frankfurt – Kassel, Anschlussstelle Kassel – Ost und von Westen, Dortmund/Paderborn – Kassel, Anschlussstelle Warburg.

 

 

Alten Cöln

  Auf der Hochfläche westlich von Helmarshausen lag die im 13. Jahrhundert gegründete Stadt Alt Cöln. Die Stadt bekam ihren Namen von dem Gründer, Erzbischof Engelbert von Köln. Es handelt sich um ein strategisch interessantes Gelände, das nach Süden, Osten und Norden durch steile Hänge begrenzt ist. Das offene, höhengleiche Gelände nach Westen war durch einen Wall mit vorgelagertem Graben gesichert. Die Siedlung wurde im 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts wieder verlassen. An der Nord-West-Ecke des fast quadratischen Geländes ist noch ein Stück des Walls erhalten. Die Silhouette der Stadt, auf der auch eine Kirche zu erkennen ist, wird auf dem Stich von Dilich dargestellt. Das Gelände wird jetzt überwiegend als Ackerfläche genutzt. Es hat den Flurnamen „Auf der Neustadt“.

 

 

 

 

 

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