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Heimatverein Helmarshausen von 1951 e.V. |
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Bilder aus Helmarshausen |
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Die Krukenburg
Wer
als Besucher auf der Straße,
dem Rad- oder Wanderweg nach Helmarshausen kommt, sieht über der Stadt die
Ruine der einst mächtigen Krukenburg. Der das Diemeltal beherrschende
Krukenberg hat sicher schon die Aufmerksamkeit unserer heidnischen
Vorfahren auf sich gelenkt. Gewiss war hier eine Opfer- und Kultstätte.
Sie wurde vom Christentum bewusst durch eine Kirche abgelöst. Zentraler Punkt in der
Burganlage ist die Kirche. Wir haben hier keine gewöhnliche
„Burgkapelle“, sondern einen ursprünglich selbständigen, allein auf
der Bergkuppe stehenden Kirchenbau vor uns. Erst später wurde zum Schutz
der Kirche eine Befestigungsanlage gebaut. Damit ist die „Burg“
entstanden. Im Jahr 1033 reiste der Helmarshäuser Abt Wino im Auftrag des Paderborner Bischofs Meinwerk nach Jerusalem, um die Pläne für den Bau eines Gotteshauses nach dem Vorbild der Heilig-Grab-Kirche zu holen. Nach diesen Unterlagen ließ der Bischof die Busdorfkirche in Paderborn errichten. Etwa 100 Jahre Später baute Bischof Heinrich II., Graf von Werl, nach dem gleichen Plan die Kirche auf dem Krukenberg. Er tat dies an Stelle einer von ihm gelobten, aber wegen seines Alters nicht mehr durchführbaren Reise in das Heilige Land.
Die
Kirche bildet einen kreuzförmigen Grundriss mit einem kreisförmigen
Mittelbau. Hier befindet sich auch die Krypta, einem Nachbau des Heiligen
Grabes (Nach der Grabung 1939 wieder eingeebnet). Der östliche Kreuzarm,
der Chor, schließt mit einer halbkreisförmigen Apsis ab. Über dem
westlichen Kreuzarm erhob sich ein großer viereckiger Turm, das Westwerk,
dem ein Treppenturm angelehnt ist. Durch eine offene Vorhalle
unter dem Turm gelangte man durch das Hauptportal in die Kirche. Grundriss der Krukenburg Wegen des dauernden Machtstrebens des Bistums Paderborns unterstellte sich das Kloster Helmarshausen dem Schutz des Erzbischofs Engelbert von Köln. Mit dessen Hilfe wurde um 1215 die Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden um die Kirche auf dem Krukenberg gebaut.
Das
Kloster Helmarshausen war wegen seiner Kunstwerkstätten für Buchmalerei
und Goldschmiedearbeiten ein begehrenswertes Objekt für die Kirchenfürsten
in Paderborn und Köln. In die Auseinandersetzungen griff auch das Erzbistum
Mainz ein. Durch ein Intrigenspiel kommen das Kloster und die
Krukenburg wechselweise und anteilig in Paderborner, Kölner und Mainzer
Besitz. Zeitweise wohnten 2 Amtmänner als Vertreter verschiedener Bistümer
auf der Krukenburg. Mit der Auflösung des Klosters Helmarshausen 1538
verlor auch die Krukenburg an Bedeutung. Die Anlage wurde nicht mehr
genutzt und verfiel. Der Bergfried ist im Jahre 1968 zum Aussichtsturm
ausgebaut worden. Mit seinen 22 m Höhe bietet er einen wunderbaren
Rundblick auf das Diemeltal, den Reinhardswald und Solling. Die „alte“
Busdorfkirche in Paderborn wurde abgerissen und mit einer „neuen“ im
anderen Stil überbaut. Danach ist die sehr gut erhaltene Ruine der
Krukenburgkirche das einzige Baudenkmal dieser Art nördlich der Alpen. Es
handelt sich um einen Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem, auch
Jerusalem-Kirche genannt. Das Werk ist
gleichzeitig ein Beweis für die großartige Leistung früher
deutscher Baukunst. Ausstattungsurkunde des Paderborner Bischofs Heinrich II. von Werl (1090
– 1127) für die von ihm erbaute Johanniskapelle auf dem Krukenberg.
Im Jahre 1126 wurde die Kirche geweiht. Der
Erbauer, Bischof Heinrich II., ließ sich dabei von dem Mindener Bischof Sigward
vertreten, weil er wegen Gebrechlichkeit nicht mehr in der Lage war,
dieses Ritual selbst durchzuführen. Anlässlich der Weihe machte er dem
Kloster Helmarshausen zur Ausstattung der Kirche eine Schenkung von 13,5
Hufen Land mit Bauern, Knechten und Mägden. Auszugsweise Übersetzung
der Urkunde: „Deshalb habe
ich nach reiflicher Überlegung eine Kirche zu Ehre St. Johannes des Täufers
auf dem Berge errichtet, der das Kloster Helmarshausen überragt.“ Die
Krypta wurde unter Leitung von Professor Dr. Nothnagel und unter
Mitwirkung des Lehrers Karl Groß in den Jahren 1938/39 freigelegt und später
wieder verfüllt. Dieser rechteckige Raum von ca. 5 m Länge und 5 m
Breite war mit einem Tonnengewölbe bedeckt. Eine Treppe führte von Süden
und eine weitere von Nordwesten hinab. Im Museum des Heimatvereins ist ein
Groß-Bild der Krypta ausgestellt.
Dieser recheckige Raum von ca.
5 m Länge und 5 m Breite war mit
einem Tonnengewölbe bedeckt.
Der Raum wich zu der West – Ost - Achse der Kapelle um 5 Grad
nach Nordosten ab. Eine Treppe führte von Süden in den Raum und eine
weitere gewinkelte Treppe von Nordwesten.
Informationen für Besucher: Die Besichtigung der Krukenburg ist ganzjährig möglich. Der Bergfried / Aussichtsturm ist vom 1.4. bis 31.10. in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Auf Wunsch sind Führungen nach telefonischer Absprache mit Wolfgang Frohmüller, Telefon 05672 / 789, möglich.
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