Heimatverein Helmarshausen von 1951 e.V.

 

Bilder aus Helmarshausen

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Geschichte und Geschichtliches

 



 

 

 

 

Das Kloster

 

   

Helmarshausen mit der Krukenburg, Kloster und Alten Cöln..

Kupferstich von Matthaeus Merian (1593-1605) aus Topographia Hassiae, 1642

Der Königshof der Frau Helmburg befand sich Ende des 10. Jahrhunderts im Besitz des Grafen Eckhard von Reinhausen und seiner Gemahlin Mathilde. Der Tod ihres noch jungen Sohnes veranlasste sie, mit ihren Besitz eine Stiftung zu gründen. So wurde mit dieser Stiftung das Kloster  Helmwardeshusen im Jahr 997 gegründet. Die Zustimmung zu der Klostergründung erteilte Papst Silvester II. und Kaiser Otto III. am 8. Oktober 997. Der erste Abt Haulf war von 997 bis 1013 im Amt. Der dem Kloster gleichzeitig verliehene Status einer freien Reichsabtei wurde vom Paderborner Bischof Meinwerk angefochten. Seine Aktionen beim Heiligen Stuhl in Rom und beim Kaiser hatten schließlich Erfolg und die Abtei Helmarshausen wurde ihm unterstellt. 

Die Leistungen des Konvents prägten das Bild der Abtei Helmarshausen in den Jahrhunderten ihres Bestehens durch kunstvolle Erzeugnisse, die bei den Betrachtern Bewunderung hervorrufen. Das Kloster richtete bald nach Beginn der geistlichen Arbeit ein Skriptorium sowie eine Gold- und Silberschmiede ein, in dem entsprechend ausgebildete Mönche prachtvolle Bücher oder Urkunden schrieben bzw. kostbare Kreuze, reich geschmückte Buchdeckel und zahlreiche Kleinbronzen herstellten. Weltliche und geistliche Fürsten machten sich die Kunstfertigkeit der Mönche zunutze und erteilen entsprechende Aufträge. Als Beispiel für die vielen Kunstwerke seien hier das Evangeliar Heinrichs des Löwen  (Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel) und die  2 Tragaltäre (Diözesan - Museum Paderborn) genannt. Ein Faksimile des Evangeliars kann im Museum des Heimatvereins besichtigt werden.

 Als „Meister der Kunstwerkstätten“ sind uns namentlich bekannt Heriman, der seinen Namen in dem Widmungsgedicht des Evangeliars Heinrichs des Löwen genannt hat, und Rogerus, bekannt geworden unter dem Namen Theophilus Presbyter. Der letztere ist auch der Verfasser der Schrift „Schedula diversarum artium“. In diesem Buch hat er die Rohstoffe und Rezepturen für die Herstellung von Pergament, Farben und Tinten, sowie die Verfahren für die Bearbeitung von Blattgold (-silber), Zinn, Kupfer und Messing genannt bzw. beschrieben.

 Ein wichtiges Ereignis für das Kloster, zur Zeit des Abtes Thietmar I. (1080 – 1111) war der Erwerb der Gebeine des Heiligen Modoald, die in einem feierlichen Geleitzug von Trier nach Helmarshausen überführt wurden. Modoald war Erzbischof in Trier von 622 – 647. Die diesen Reliquien zugeschriebenen wundersamen Heilwirkungen brachten Reichtum für die Abtei. Von den Pilgern, die von weither nach Helmarshausen  kamen, wurden dem Kloster  außer Geld und Naturalien auch Grundstücke und ganze Höfe vermacht.

Mit der Urkunde über die Klostergründung von 997 wurde auch das Markt-, Münz-, und Zollrecht verliehen. In seiner Regierungszeit (983 – 1002) hat Otto III. 31 Münzdiplome erteilt, darunter auch für Helmarshausen. Daran kann man die Bedeutung dieses Privilegs erkennen. Helmarshäuser Münzen befinden sich in Museen in Berlin, Frankfurt und München. Zuletzt wurden im Jahr 2004 2 Münzen bei der Grabung in Nienover (Solling) gefunden.

 1538 wurde das Kloster in Zuge der Reformation aufgelöst. Die Gebäude und  Grundstücke übernahm der hessische Landgraf Philipp, der Großmütige, der in den Gebäuden ein Zehntamt  einrichtete. Mit einem großen Teil der Ländereien wurden adlige Familien belehnt. Im Jahr 1848 kaufte die Stadt Helmarshausen die Klostergebäude und richtete darin die Volksschule und Lehrerwohnungen ein. Nach dem Bau einer neuen Schule im Jahre 1965 übernahm die Ev. Kirchengemeinde Helmarshausen das Areal und baute es zum Kindergarten und Jugendheim um.

Die Kirche verfiel nach Auflösung des Klosters. Aus den Steinen ist die Zehnscheune gebaut worden. In den Jahren 1965/68 wurden die Grundmauern teilweise ausgegraben. Hiernach war eine Rekonstruktion des Grundrisses möglich. Dieser ist jetzt durch Steinplatten dargestellt und kann besichtigt werden. Die Kirche hatte nach mehreren Bauphasen eine Länge von über 60 m. 

 Das „Richtfest“ mit der Rekonstruktion der Grundmauern der Klosterkirche fand am Samstag, dem 15. Juli 2006, und die offizielle Einweihung durch  den Landrat Dr. Udo Schlitzberger, am 18. Juli 2006 statt. Siehe  Bilder von der Einweihung.   

Der Archäologe Dr. Friedrich Oswald, der die Ausgrabung zuletzt leitete, hat die „Baugeschichte der Klosterkirche“ ausführlich in dem Buch „Helmarshausen – Buchkultur und Goldschmiedekunst im Hochmittelalter“ beschrieben. Siehe  Bücher. 

 Das Leben im Kloster Helmarshausen, die Arbeit in den Kunstwerkstätten und die Überführung der Gebeine des Heiligen Modoald sind der Stoff für den Roman „Die Mönchin“, Neuauflage unter dem Titel „Das Geheimnis des Mönchs“ von Heinrich Multhaupt. 

 

Führungen im Klosterareal sind durch "Mönch Rogerus" möglich. Kontaktadresse: Egon Haake 05672/922401

 

 

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