Krukenburg - Helmarshausen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Helmarshausen


Geschichte der Krukenburg


Ruine der Krukenburg
Wer als Besucher auf der Straße, dem Rad- oder Wanderweg nach Helmarshausen kommt, sieht über der Stadt die Ruine der einst mächtigen Krukenburg. Der das Diemeltal beherrschende Krukenberg hat sicher schon die Aufmerksamkeit unserer heidnischen Vorfahren auf sich gelenkt. Gewiss war hier eine Opfer- und Kultstätte. Diese wurde vom Christentum bewusst durch eine Kirche abgelöst.

Zentraler Punkt in der Burganlage ist die Kirche. Wir haben hier keine gewöhnliche „Burgkapelle", sondern einen ursprünglich selbstständigen, allein auf der Bergkuppe stehenden Kirchenbau vor uns. Erst später wurde zum Schutz der Kirche eine Befestigungsanlage gebaut. Damit ist die „Burg“ entstanden.

Entstehung der Kirche

Im Jahr 1033 reiste der Helmarshäuser Abt Wino im Auftrag des Paderborner Bischofs Meinwerk nach Jerusalem, um die Pläne für den Bau eines Gotteshauses nach dem Vorbild der Heilig-Grab-Kirche  zu holen. Nach diesen Unterlagen ließ der Bischof die Busdorfkirche in Paderborn errichten. Um 1120 baute Bischof Heinrich II., Graf von Werl, nach dem gleichen Plan die Kirche auf dem Krukenberg. Er tat dies an Stelle einer von ihm gelobten, aber wegen seines Alters nicht mehr durchführbaren Reise in das Heilige Land.  

Die Kirche bildet einen kreuzförmigen Grundriss mit einem kreisförmigen Mittelbau. Hier befindet sich auch die Krypta, einem Nachbau des Heiligen Grabes (nach der Grabung 1939 wieder eingeebnet). Der östliche Kreuzarm, der Chor, schließt mit einer halbkreisförmigen Apsis ab. Über dem westlichen Kreuzarm erhob sich ein großer viereckiger Turm, das Westwerk, dem ein Treppenturm angelehnt ist. Durch eine offene Vorhalle unter dem Turm gelangte man durch das Hauptportal in die Kirche.  

Auseinandersetzungen um das Kloster
Wegen des dauernden Machtstrebens des Bistums Paderborns unterstellte sich das Kloster Helmarshausen dem Schutz des Erzbischofs Engelbert von Köln. Mit dessen Hilfe wurde um 1215 die Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden um die Kirche auf dem Krukenberg gebaut.

Das Kloster Helmarshausen war wegen seiner Kunstwerkstätten für Buchmalerei und Goldschmiedearbeiten ein begehrenswertes Objekt für die Kirchenfürsten in Paderborn  und Köln. In die Auseinandersetzungen griff auch das Erzbistum Mainz ein. Durch ein Intrigenspiel kamen das Kloster und die Krukenburg wechselweise und anteilig in Paderborner, Kölner und Mainzer Besitz. Zeitweise wohnten 2 Amtmänner als Vertreter verschiedener Bistümer auf der Krukenburg.



Verfall der Krukenburg
Mit der Auflösung des Klosters Helmarshausen 1538 verlor auch die Krukenburg an Bedeutung. Die Anlage wurde nicht mehr genutzt und verfiel. Der Bergfried ist im Jahre 1968 zum Aussichtsturm ausgebaut worden. Mit seinen 22 m Höhe bietet er einen wunderbaren Rundblick auf das Diemeltal, den Reinhardswald und Solling.

Nachdem die alte Busdorfkirche in Paderborn abgerissen und mit einer neuen im anderen Stil überbaut wurde. ist die sehr gut erhaltene Ruine der Krukenburgkirche das einzige Baudenkmal dieser Art nördlich der Alpen. Es handelt sich um einen Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem, auch Jerusalem-Kirche genannt. Das Werk ist  gleichzeitig ein Beweis für die großartige Leistung früher deutscher Baukunst.

Schenkung an die Kirche
Im Jahre 1126 wurde die Kirche geweiht. Der Erbauer, Bischof Heinrich II. (1090 - 1127), ließ sich dabei von dem Mindener Bischof Sigward vertreten, weil er wegen Gebrechlichkeit nicht mehr in der Lage war, dieses Ritual selbst durchzuführen. Anlässlich der Weihe machte er dem Kloster Helmarshausen zur Ausstattung der Kirche eine Schenkung von 13,5 Hufen Land mit Bauern, Knechten und Mägden.

In der Ausstattungsurkunde heißt es u.a.: „Deshalb habe ich nach reiflicher Überlegung eine Kirche zu Ehre St. Johannes des Täufers auf dem Berge errichtet, der das Kloster Helmarshausen überragt.“

Freilegung der Krypta
Die Krypta wurde unter Leitung von Professor Dr. Nothnagel und unter Mitwirkung des Lehrers Karl Groß in den Jahren 1938/39 freigelegt und später wieder verfüllt. Dieser rechteckige Raum von ca. 5 m Länge und 5 m Breite war mit einem Tonnengewölbe bedeckt. Eine Treppe führte von Süden und eine weitere von Nordwesten hinab. Im Museum des Heimatvereins ist ein Groß-Bild der Krypta im Stadium der Ausgrabung ausgestellt.


ÖFFNUNGSZEITEN DER KRUKENBURG

1. April bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr

Ansprechpartner  für Besuche und Veranstaltungen:
Dieter Steinbrecher, Tel. 05672 / 777 (privat)

Tel. des Burg-Kiosks während der Öffnungszeiten:
01578 39 72 00 1

Ansprechpartner für Führungen:
         
Wolfgang Frohmüller, Tel. 05672 / 789



 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü